Eine Wärmepumpe bezieht über 70 % ihrer Heizwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Zusammen mit einer Solaranlage heizen Sie effizient und ohne Öl und Gas. Dieser Ratgeber zeigt, wie beide Systeme in Hannover und Niedersachsen zusammenspielen.

Wärmepumpe mit Solarstrom
Kurz erklärt
Die Fakten im Überblick
• Solaranlage und Speicher decken bis zu 40 % des gemeinsamen Strombedarfs von Haushalt und Wärmepumpe, den größten Anteil zwischen Frühjahr und Herbst.
• Im Rechenbeispiel sinken die Stromkosten mit Speicher um bis zu 40 % oder 1.330 Euro pro Jahr, zuzüglich Einspeisevergütung.
• Ein Energiemanager steuert Solarüberschüsse gezielt in Wärmepumpe und Warmwasserspeicher.
• Seit Juli 2026 fördert die KfW die Wärmepumpe mit 30 % Grundförderung, mit Boni sind bis zu 70 % möglich. Die Solaranlage lässt sich über einen zinsgünstigen Kredit finanzieren.
Das Prinzip
Über 70 % Wärme aus der Umwelt
Den Großteil ihrer Wärme entzieht eine Wärmepumpe der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Strom benötigt sie nur, um diese Wärme auf Heiztemperatur anzuheben. Wie effizient sie arbeitet, beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Kilowattstunde Strom liefert.
Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden kamen im Feldtest des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) im Mittel auf eine JAZ von 3,4, erdgekoppelte Anlagen auf 4,3. Eine JAZ von 3,4 bedeutet, dass über 70 % der Heizwärme aus der Umwelt kommen. Eine Kilowattstunde Solarstrom, für die es bei Einspeisung bis zu 7,7 Cent gäbe, wird damit zu mehr als drei Kilowattstunden Wärme.

In Zahlen
Anteil des Solarstroms
Diesen Anteil am Strombedarf von Haushalt und Wärmepumpe deckt Solarstrom im Jahresmittel, nach Angaben der Verbraucherzentrale. Sämtliche Werte sind gerundet.
bis 30 %
Solaranteil ohne Speicher
bis 40 %
Solaranteil mit Speicher
4 %
weniger Strom je Grad niedrigerer Heizwassertemperatur
Im Winter
Stromkosten im Winter senken
Zwischen April und September liefert die Solaranlage viel Strom für Warmwasser und Heizung, und ein Speicher steigert den Eigenverbrauch weiter. Im Winter beziehen Sie günstigen Netzstrom über einen dynamischen Stromtarif mit reduziertem Netzentgelt.
In der kalten Jahreszeit entscheidet vor allem das Heizsystem über den Verbrauch. Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Heizwassers, senkt den Strombedarf um bis zu 4 %. Größere Heizkörper, eine richtig eingestellte Heizkurve und ein hydraulischer Abgleich, bei dem das Heizwasser gleichmäßig auf alle Räume verteilt wird, bringen deshalb spürbare Einsparungen.
Auf einen Blick
40 % weniger Kosten für Netzstrom
Haushalt und Wärmepumpe verbrauchen gemeinsam 9.000 kWh pro Jahr, das entspricht rund 3.330 € für Netzstrom. Mit Solaranlage und Speicher bleiben davon 2.000 € übrig, ein Minus von 40 %.

Beispielrechnung
Bis zu 40 % weniger Netzstrom
Grundlage ist ein Einfamilienhaus mit 4.500 Kilowattstunden (kWh) Haushaltsstrom und weiteren 4.500 kWh für die Wärmepumpe. Die Solaranlage leistet 10 kWp (Kilowatt Peak, die Spitzenleistung der Module) und erzeugt bis zu 8.750 kWh pro Jahr, das sind bis zu 875 kWh je kWp. Netzstrom kostet oft über 35 Cent je kWh, für Überschüsse gibt es zusätzlich Einspeisevergütung.
Die Rechnung ist vereinfacht. Ihre individuellen Werte ermittelt unsere Simulation.
10 kWp ohne Speicher
• Jahresbedarf 9.000 kWh
• rund 25 % Solaranteil
• 9.000 kWh × 25 % = 2.250 kWh weniger Netzstrom
Bis zu 25 % geringere Stromkosten, im Beispiel 830 € pro Jahr
10 kWp mit 10-kWh-Speicher
• Jahresbedarf 9.000 kWh
• rund 40 % Solaranteil
• 9.000 kWh × 40 % = 3.600 kWh weniger Netzstrom
Bis zu 40 % geringere Stromkosten, im Beispiel 1.330 € pro Jahr
Unverbindliche Beispielrechnung auf Basis marktüblicher Annahmen, ohne Preisangabe. Ihr Ergebnis hängt von Dach, Verbrauch und Strompreis ab. Verbindlich ist allein Ihr Festpreisangebot.
Ergebnis
bis zu 40 %
geringere Stromkosten mit Speicher, laut Beispiel
bis zu 1.330 €
jährlich gesparte Stromkosten mit Speicher
Steuerung
Solarstrom nach Vorrang verteilen
Ein Energiemanager, kurz HEMS (Home Energy Management System), erkennt Überschüsse und verteilt sie in einer festgelegten Reihenfolge.
Haushalt zuerst
Geräte, die im Haus gerade laufen, erhalten den Solarstrom immer als Erstes.
Wärme speichern
Gibt es Überschuss, heizt die Wärmepumpe Warmwasser- und Pufferspeicher etwas stärker auf. Der Solarstrom wird so als Wärme gespeichert.
SG Ready
Eine genormte Schnittstelle (Smart Grid Ready), über die der Energiemanager der Wärmepumpe Solarüberschuss oder günstigen Netzstrom signalisiert.
Dann Batterie
Der Batteriespeicher lädt erst, wenn Haushalt und Wärmeerzeugung versorgt sind.
Heizstab zuletzt
Er bleibt als Reserve für besonders kalte Tage. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erzeugte die Wärmepumpe fast die gesamte Heizwärme ohne ihn.
Wallbox und Netz
Was danach übrig ist, lädt das E-Auto oder fließt gegen Vergütung ins Netz.
Netzentgelt
Steuerbar und günstiger
Wärmepumpen über 4,2 Kilowatt, die seit 2024 in Betrieb genommen werden, sind gemäß § 14a Energiewirtschaftsgesetz steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Droht eine Überlastung, darf Ihr Netzbetreiber, etwa enercity Netz oder Avacon Netz, die Leistung kurzzeitig reduzieren, mindestens 4,2 Kilowatt stehen aber jederzeit zur Verfügung. Dafür sinkt Ihr Netzentgelt, also die Gebühr für die Nutzung des Stromnetzes. Mit der Pauschale sind das je nach Netzgebiet bis zu 190 Euro pro Jahr.
Mit einem Smart Meter, einem digitalen Stromzähler, und einem dynamischen Stromtarif beziehen Sie den Netzstrom im Winter zusätzlich in den günstigen Börsenstunden.

Heizsystem
Wo Sie im Winter sparen
Im Winter hängt der Stromverbrauch der Wärmepumpe vor allem vom Heizsystem ab. Die folgenden Stellschrauben bringen häufig mehr als weitere Module.
Heizkurve
Pro Grad weniger Vorlauftemperatur sinkt der Stromverbrauch um rund 4 %. Bei fünf Grad weniger sind das bis zu 20 % weniger Heizstrom.
Ohne Heizstab
Aus 1 kWh Strom erzeugt die Wärmepumpe mehr als 3 kWh Wärme, der Heizstab dagegen nur 1 kWh. Jede Stunde ohne Heizstab spart daher bis zu 70 % Strom.
Abgleich
Ist das Heizwasser gleichmäßig verteilt, genügt eine geringere Vorlauftemperatur. Das senkt den Stromverbrauch weiter.
Förderung
Zuschuss für die Wärmepumpe
KfW Programm 458 zur Heizungsförderung, Stand Oktober 2026.
30 %
Grundförderung auf die förderfähigen Kosten
bis 70 %
mit Boni, im Einzelfall bis 80 %
16 %
Klimageschwindigkeitsbonus für den Austausch alter Heizungen
Antrag
Förderung richtig beantragen
Zusätzlich zur Grundförderung gibt es für selbst genutztes Wohneigentum einen Klimageschwindigkeitsbonus von 16 %, wenn eine alte Heizung wie etwa eine Ölheizung ersetzt wird. Hinzu kommt ein Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 %. Ab 1. Februar 2027 verringert sich der Klimageschwindigkeitsbonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte.
Entscheidend ist die Reihenfolge. Beantragen Sie die Förderung, bevor die Arbeiten beginnen, und machen Sie den Auftrag an den Fachbetrieb von der Förderzusage abhängig. In Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze unterstützt außerdem der Klimaschutzfonds proKlima Wärmepumpen. Auch diesen Antrag stellen Sie vor der Auftragsvergabe, wir helfen Ihnen dabei. Solaranlage und Speicher finanziert die KfW über den Kredit Erneuerbare Energien Standard, Programm 270, sofern ein Teil des Stroms eingespeist wird.
Mit uns
In fünf Schritten zur Kombination
Die Solaranlage und den Stromspeicher planen und installieren wir. Die Wärmepumpe setzen Meisterbetriebe unserer Handwerksgruppe, der PV Energy Group, um.
01
Heizlast ermitteln
Als Erstes berechnen wir den Wärmebedarf Ihres Hauses an den kältesten Tagen. Daraus folgen die Leistung der Wärmepumpe und die erforderliche Vorlauftemperatur.
02
Heizflächen prüfen
Zusammen mit dem Fachbetrieb prüfen wir, wie Heizkörper und Fußbodenheizung bei niedriger Vorlauftemperatur effizient arbeiten.
03
Anlage auslegen
Eine Wärmepumpe erhöht Ihren Strombedarf. Meist lohnt es sich deshalb, die geeignete Dachfläche vollständig zu belegen. Eine Ausrichtung nach Ost und West passt häufig gut zu den Laufzeiten der Wärmepumpe.
04
Simulation
Unsere Simulation von Ertrag und Wirtschaftlichkeit zeigt für jeden Monat, wie viel Solarstrom in die Wärmepumpe fließt. Die Ergebnisse erhalten Sie als schriftlichen Bericht.
05
Ein System
Solaranlage, Energiemanager und Wärmepumpe planen wir von Beginn an als ein System. Ein fester Ansprechpartner koordiniert beide Gewerke.
Häufige Fragen
Fragen zu Wärmepumpe und Solar
Wärmepumpe und Solar kombinieren
Wir legen Ihre Solaranlage auf die Wärmepumpe aus und koordinieren die Fachbetriebe der PV Energy Group. Ihre Beratung können Sie bequem online anfragen.
